Gesundheitssprechstunde
Dr. med. Monika Baumann
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Parkinson verstehen – Symptome früh erkennen und gezielt behandeln
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Diagnosestellung
Die Diagnose des Parkinson-Erkrankung wird hauptsächlich durch den/die Neurologen*in gestellt. Es gibt keinen einzelnen Bluttest oder ein Standard-Verfahren. Die Untersuchung stützt sich auf vier Säulen:
- Anamnese: Ausführliches Gespräch über Beginn und Art der Beschwerden, Vorerkrankungen sowie eingenommene Medikamente.
- Körperliche und neurologische Untersuchung: Überprüfung der typischen Kernsymptome wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit (Rigor), Zittern in Ruhezustand (Tremor) und Gangunsicherheit.
- Bildgebung: Ein MRT (Kernspintomographie) oder CT (Computertomographie) des Kopfes wird durchgeführt, um andere Ursachen wie z. B. Tumore im Gehirn auszuschließen.
- L-Dopa-Test: Die Gabe von L-Dopa (einem Parkinson-Medikament) dient als diagnostisches Mittel. Bessern sich die Symptome dadurch deutlich, gilt dies als starkes Indiz für Parkinson. (Zitiert: Deutsche Hirnstiftung)
Die Stadien Einteilung findet man in der Hoehn-und-Yahr-Skala. Sie wurde im Jahr 1967 von Margaret M. Hoehn und Melvin D. Yahr entwickelt. Sie unterteilt die Erkrankung in 5 Stadien:
Symptome
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Gangbild und Steifigkeit (Rigor)
Hauptsymptome der Parkinson-Erkrankung sind die kleineren Schritte (Bradykinese) und steife Muskeln (Rigor). Beides macht sich beim Gehen bemerkbar. Der Arm auf der betroffenen Seite schwingt nicht mit, die Bewegungen wirken eckig, abgehackt und langsam. Häufig kommt es im Krankheitsverlauf zum sog. Freezing of Gait; dabei können die Patienten nicht sofort losgehen, auch wenn die Ampel auf Grün stehen sollte, treten sie auf der Stelle und finden keinen Schritt nach vorne. Eine Standunsicherheit kann zu Stürzen führen.
Die steifen Muskeln verursachen häufig Schmerzen und führen dazu, dass Dinge des alltäglichen Lebens schwerfallen. Sie lassen zu Beginn an ein orthopädisches Problem denken, deshalb gehen die Betroffenen oftmals zuerst zur Physiotherapie oder in die Massagebehandlung.
(Posturale) Instabilität der Körperhaltung
Die posturale Instabilität zeigt sich durch eine Fallneigung, die nicht primär durch Störungen der Gleichgewichtsorgane erklärbar ist. Normalerweise wird das Gleichgewicht beim Stehen und Gehen durch Reflexe reguliert, die weitgehend autonom ablaufen. Beim Parkinson-Syndrom kommt es zu einer Verminderung dieser Reflexe, so dass die Betroffenen nicht in der Lage sind, sich selbst „aufzufangen“, wenn sie aus dem Gleichgewicht gebracht werden. (Zitiert: DocCheck)
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Zittern, auch genannt Tremor
Mit der Parkinson-Erkrankung verbinden die meisten Menschen vor allem zitternde Hände. Experten nennen das einen Tremor. Es sind häufig die Hände betroffen, aber das Zittern kann auch in den Beinen auftreten. Das Zittern verstärkt sich meistens, wenn die Hand oder das Bein ruhen, und geht unter Belastung zurück, man spricht auch vom Ruhetremor. Das Zittern lässt sich nicht verstecken, es verrät sofort die vermeintliche Parkinson-Erkrankung und das kann für Betroffene psychisch belastend sein. Zu Beginn der Erkrankung ist oft nur eine Seite des Körpers betroffen, später dann beide.
Maskengesicht
Die Steifheit der Muskeln zeigt sich auch im Gesicht und verursacht die für die Erkrankung ebenfalls typische eingefrorene Mimik (Maskengesicht). Ein reduziertes Lächeln, weniger Stirnrunzeln, ein seltenes Augenzwinkern – fällt die Mimik weg, beeinträchtigt das das soziale Miteinander und die Kommunikation, teils reagieren Gesprächspartner verunsichert, weil sie die Reaktionen des Betroffenen nicht deuten können.
Riechstörung, ein charakteristisches Frühsymptom
Neben diesen typischen Bewegungsstörungen bringt die Erkrankung auch andere Symptome mit sich. Ein charakteristisches Frühsymptom der Parkinson-Erkrankung, das oft schon Jahre vor den Bewegungssymptomen auftritt, ist eine Riechstörung. Neun von zehn Patientinnen und Patienten sind davon betroffen. Manchmal ist auch der Geschmackssinn beeinträchtigt, was zur Appetitlosigkeit führt.
Schlafstörungen
Ein weiteres Frühsymptom sind Schlafstörungen. Betroffene haben Ein- und Durchschlafprobleme, häufig sind auch ungesteuerte Beinbewegungen sowie Krämpfe. Typisch sind darüber hinaus sehr lebhafte Träume, (REM-Schlafstörung).
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Verstopfungen häufige Begleiterscheinung
Eine häufige Begleiterscheinung sind Verstopfungen. Man geht davon aus, dass auch die Darmtätigkeit von den steifen Muskeln beeinträchtigt ist. Typisch sind außerdem Probleme mit der Blase, vor allem ein häufiger Harndrang. Hinzu kommt, dass im Verlauf der Erkrankung das Kauen, Schlucken und sogar das Sprechen schwerfällt, da auch die Mundmuskulatur versteift.
Kognitive Störungen
Bereits am Anfang der Parkinson-Erkrankung können zudem leichte kognitive Einschränkungen bestehen, also beispielsweise Probleme, sich an Dinge zu erinnern. Im Verlauf können sich diese dann deutlich verschlechtern. Nicht selten führen diese Symptome dazu, dass sich die Betroffenen sozial zurückziehen.
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Depressionen, Angststörungen und Demenz
Leider begünstigt das wiederum schwere Begleiterkrankungen, die häufig zusammen mit einer Parkinson-Erkrankung auftreten: Depressionen, Angststörungen und Demenz. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität stark. Es ist wichtig, dass sie früh erkannt und behandelt werden, denn eine Depression kann auch die motorischen Parkinson-Symptome verstärken, also die eingeschränkte Beweglichkeit und das Zittern. (Zitiert: München Klinik und Deutsche Hirnstiftung)
Therapie
Die medikamentöse Therapie der Parkinson-Erkrankung basiert in der Regel auf Medikamenten, die die Botenstoffe im Gehirn wieder in Einklang bringen sollen. Es lassen sich die Symptome durch die Gabe von Dopamin-Ersatz z.B. Levodopa verringern oder es werden Medikamente gegeben, die den eigenen Dopaminabbau hemmen. Allerdings sind auch Nebenwirkungen zum Beispiel Übelkeit, Müdigkeit oder Blutdrucksenkung möglich und die Wirkung der Medikamente lassen im Verlauf der Jahre nach. Schmerzen im Bewegungsapparat können dazu führen, dass stärkere Schmerzmedikamente, auch Opiate eingesetzt werden.
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Unterstützt wird die Behandlung bei der Parkinson Erkrankung durch
Physiotherapie: Dabei findet zuerst eine Dokumentation der vorhandenen Defizite statt:
Gleichgewicht, Sturzhäufigkeit, Hand- und Armgebrauch, Gehen, körperliche Leistungsfähigkeit und es werden Ziele der Therapie mit den Patient*innen abgestimmt. Der/die Patient*in steht im Mittelpunkt und die Ziele sind sehr individuell: z.B. welche Probleme haben sie in ihrer Wohnung, stürzen aie häufig, können sie noch aus dem Haus gehen, wenn nicht warum usw…
Diese Einschränkungen bestimmen die Art der therapeutischen Förderung in der Physiotherapie. Da sich die Befindlichkeiten ändern können, werden auch immer wieder die Ziele neu definiert.
Logopädie: In der Logopädie wird eine mögliche Schluckstörung behandelt und der Sprechrhythmus ist ein Thema der Therapie.
Ergotherapie: Unterstützung für mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag.
Und weitere Maßnahmen, die als spezialisierte Komplexbehandlung angeboten werden können.
Physiotherapie in der Praxis
Wie eine gezielte physiotherapeutische Behandlung bei Parkinson aussehen kann, zeigen die folgenden Bildbeispiele. Vorgestellt werden ausgewählte Techniken aus der Propriozeptiven Neuromuskulären Fazilitation (PNF), die helfen können, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Alltagsfunktionen zu fördern.
Techniken der Physiotherapie (PNF)
Verbesserung der Oberkörperspannung bei
fehlender Rumpfkontrolle
Rhythmisierung des Ganges
Aktive Blickkontrolle auch mit Ball
Verbesserung der Feinmotorik in der Hand zur Besserung der Schrift
Kontrollierte Ausatmung
Kehlkopfkontrolle beim Schlucken
Bilderreihe Physiotherapie: Dr. M. Baumann privat
office@deutsche-parkinson-hilfe.de www.deutsche-parkinson-hilfe.de
PARKLINK – Gemeinsam gegen Parkinson – PARKLINK Koordinationszentrum
LMU Klinikum, Campus Großhadern, Marchioninistrasse 15, 81377 München
parklink@med.uni-muenchen.de www.parklink.info
Schön Klinik München Schwabing, Abt. f. Neurologie und klinische Neurophysiologie mit Parkinson-Fachklinik, Prof. Dr. Andrés Ceballos-Baumann
Parzivalplatz 4, 80804 München
www.schoen-klinik.de
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