Foto: Kerstin Schuhbaum
Literatur & Haltung: Rachel Salamanders Archiv
Die Ausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“ in der Monacensia widmet sich einer prägenden Stimme jüdischer Literatur- und Zeitgeschichte in Deutschland. Im Mittelpunkt steht Rachel Salamander: Publizistin, Literaturwissenschaftlerin und Gründerin der Literaturhandlung in München.Die Literaturhandlung, die Rachel Salamander 1982 eröffnete, war die erste Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum in Deutschland nach 1945. Für viele Menschen wurde sie zu einem besonderen Ort: Hier ging es nicht nur um Bücher, sondern auch um Geschichte, Erinnerung, Austausch und gesellschaftliche Debatten.
Die Ausstellung zeigt den literarischen und politischen Kosmos von Rachel Salamander. Er reicht weit über München hinaus. Zu ihren Gästen zählten zahlreiche bekannte Schriftsteller*innen, darunter Louis Begley, Maxim Biller, Lily Brett, David Grossman, Batya Gur, Barbara Honigmann, Ruth Klüger, Amos Oz, Robert Schindel, Zeruya Shalev, Gerty Spies und Grete Weil.
Jüdische Literatur- und Zeitgeschichte aus vier Jahrzehnten
Im Zentrum der Ausstellung steht das Archiv Salamander. Es ist über mehr als vier Jahrzehnte gewachsen und dokumentiert jüdische Literatur- und Zeitgeschichte. Zu sehen sind unter anderem Originale, Audioaufnahmen, Fotos, Dokumente, Gästebücher und TV-Beiträge.
Damit macht die Ausstellung Debatten sichtbar, die seit den 1980er-Jahren viele Menschen bewegt haben: Wie wird jüdische Geschichte nach 1945 erzählt? Welche Rolle spielt Literatur für Erinnerung und Verständigung? Und wie können Bücher dazu beitragen, gesellschaftliche Haltung zu entwickeln?
Installation, Kurzfilm und Leselounge
Begleitet wird die Ausstellung von einer raumbezogenen Installation der Künstlerin Miriam Salamander. Sie arbeitet mit Papier und Draht und greift Fragen von Sichtbarkeit, Lesbarkeit und Schichtung auf.
Ein eigens für die Ausstellung produzierter Kurzfilm von Christiane Huber und Sven Zellner gibt zusätzliche Einblicke. Darin spricht Rachel Salamander über die Bedeutung des Erinnerns für die Zukunft und über das Sammeln von Dokumenten jüdischer Literatur- und Kulturgeschichte über einen Zeitraum von 40 Jahren.
Ergänzend lädt eine Leselounge dazu ein, Werke von Autor*innen zu entdecken, die Rachel Salamander seit Gründung der Literaturhandlung vorgestellt hat. Im Curator’s Space der Monacensia-Bibliothek können Besucher*innen außerdem ausgewählte BR-Hörspiele anhören und sich in eine Buchauswahl vertiefen.
Begleitendes Material zu Ausstellung und Projekt
Die Ausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“ ist Teil des mehrjährigen Erschließungs- und Vermittlungsprojekts „Archiv Salamander“.
Begleitend erscheint ein Lesebuch mit literarischen Texten von Autor*innen, die regelmäßig bei Rachel Salamander zu Gast waren. Das kostenlose Online-Magazin MON Mag ergänzt die Ausstellung mit einem eigenen Dossier, in dem Beiträge von Wissenschaftler*innen und Begleiter*innen veröffentlicht werden.
Warum sich der Besuch lohnt
„Literatur & Haltung“ ist mehr als eine Ausstellung über Bücher. Das Archiv Salamander zeigt, wie aus Sammeln, Lesen und Vermitteln kulturelles Gedächtnis entsteht – und wie eng Literatur, Erinnerung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind.
„Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“
läuft vom 20. Mai 2026 bis 31. März 2028.
Mehr Informationen: www.monacensia.org
Grafik: StockStyle/stock.adobe.com














